Kollegiale Beratung (KB)
Die Kollegiale Beratung (auch Intervision genannt) ist eine strukturierte Methode, bei der sich Menschen in einer Gruppe ohne externe Experten gegenseitig bei Problemen oder Herausforderungen beraten. Ziel ist die Perspektivenerweiterung und das Finden praxisnaher Lösungen durch Peer-Feedback.
Dabei zeichnet sich die kollegiale Beratung durch folgende Merkmale aus:
- Kein Hinzuziehen externer Fachpersonen.
- Dient der Beantwortung einer konkreten Schlüsselfrage/eines akuten Falls.
- Durchführung nach einem festen Ablauf/Schema mit einzelnen Phasen und Rollenverteilung.
- Alle Anwesenden beteiligen sich aktiv an der Kollegialen Beratung.
Der Nutzen der Kollegialen Beratung:
- Der unmittelbare individuelle Nutzen der Kollegialen Beratung besteht in der Generierung von Handlungsoptionen und Lösungsansätzen für akute Probleme und Herausforderungen. Durch die verschiedenen Sichtweisen der Gruppenmitglieder erfahren die Teilnehmenden dabei eine Perspektivenerweiterung, die sich bereichernd auf das Leben auswirken kann.
Die drei Kernrollen:
- Fallgeber: Schilderung der Situation und Formulierung einer Schlüsselfrage.
- Moderator: Achtet auf die Einhaltung der Struktur, Zeit und Neutralität.
- Beraterteam: Hören aktiv zu, stellen Verständnisfragen und geben Impulse.
Typischer Ablauf (Phasenmodell):
- Casting: Auswahl des Falls und Aufgabenverteilung.
- Falldarstellung: Der Fallgeber beschreibt die Situation ohne Unterbrechung.
- Schlüsselfrage: Präzisierung, was genau gelöst werden soll.
- Verständnisfragen: Kurze Klärungen durch die Berater.
- Methodenwahl: Festlegung, wie beraten wird.
- Beratung: Das Team diskutiert, während der Fallgeber zuhört.
- Abschluss: Der Fallgeber gibt Feedback, was hilfreich war.